Laufen bis zum „geht nicht mehr“!? (Teil 5 von 6)

»Mehrere Minuten lang widmete sich der „Lauf-Doc“ hochkonzentriert dem Bildschirm mit meinen MR-Aufnahmen. Dann drehte er sich, mit einem erleichternden Ausatmen und einem breiten Lächeln zu mir, das sofort „ansteckte“. „Da hatten wir mächtig Glück im Unglück. Es ist zwar tatsächlich eine kleine Überlastungsfraktur, jedoch in einem sehr stabilen Teil des Knochens … das Ganze ein paar Zentimeter höher, also am oberen Sprunggelenk oder weiter vorne, bei den Mittelfußknochen, hätte wohl mit einem Gipsbein oder sogar einer Operation geendet. In diesem Fall bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das in 6 bis 8 Wochen vom Tisch haben. Jedenfalls bin ich froh, dass wir die Kernspintomographie gemacht haben. Die feine, sogenannte Fissurlinie, die das Röntgenbild als Beweis, auch für diese Ermüdungsfraktur liefern würde, zeigt sich oft erst nach 3 bis 4 Wochen, wenn der Körper mit den Reparationsvorgängen der Knochenheilung bereits begonnen hat. Genau dies führt, vor allem bei Fällen wie meinem, oft zu Fehldiagnosen. Doch das wird, entsprechende Therapiedisziplin vorausgesetzt, auch konservativ therapiert wieder – da bin ich optimistisch!“

Kernspintomographie-Befund zeigt „fast Worst Case“!

Dass ich für’s Erste zwar besorgt, aufgrund der mir völlig neuen Verletzung, zugleich jedoch über alle Maßen erleichtert war, ist wohl leicht vorstellbar. Dann hob der „Doc“ fast theatralisch ernst seinen Zeigefinger und meinte mit finsterer Miene: „Und nun zum Hauptschuldigen … zu IHM …“, und zeigte auf die „Runner“, die ich zwar mitgebracht und neben mich gestellt, aber, aufgrund der spannend-erleichternden Minuten von soeben, bereits wieder völlig vergessen hatte. „Er“, so erklärte er mir, war freilich ein Top-Markenlaufschuh – ausgelegt jedoch für ambitionierte Wettkampfläufer für die Kurz- und Mittelstrecke mit exzellenter Lauftechnik, sprich für versierte Vor- und/oder Mittelfußläufer. Wie sich bei mir klar herausstellte: Ich war eine typische Fersenläuferin und … Lauftechnik …? Auch schon darüber gelesen, klar … Wettkampfambitionen? Bei dem Gedanken daran musste ich nun selbst selbstmitleidig schmunzeln: Dieser ganze Schlamassel nur wegen eines Mittelfeldplatzes bei einem Frauenlauf „irgendwo im Nirgendwo“ und „Hauptsache vor der Freundin …“ … wie kindisch und unreif mir dieses Ziel nun plötzlich erschien. Doch mit Tastaturgeklimper und einigen Anweisungen „weckte“ mich der „Sport-Doc“ wieder aus meinen Tagträumen.

Kaum gedämpfter Wettkampfschuh für … Genussläuferin mit „fragwürdigen“ Zielen!?

„Physiotherapie bitte so rasch als arrangierbar starten. Laufen ist die nächsten 4 bis 6 Wochen ohnehin schmerzbedingt nicht möglich bzw. auch Tabu. Radfahren, Schwimmen, Aquajogging ist empfehlenswert und kann auch, durch die gesteigerte Durchblutung und den Lymphfluss, die Heilvorgänge optimieren. Der erste Weg zurück zum Laufen führt dann über Walks mit einem festen Wanderschuh und systematisch aufgebauten, absolut schmerzfreien Belastungsreizen – bitte in Absprache mit mir und/oder dem Sportphysiotherapeuten. Schmerzbetäubende Maßnahmen sind von jetzt ab Tabu, da sie eventuell dringend notwendige Warnsignale in Bezug auf ein Zuviel verschleiern könnten …“ – mit diesen Worten verabschiedete er mich, samt einem Kontrolltermin in drei Wochen.«

Auch dieses Mal gilt: Fortsetzung folgt!

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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