„Smartes“ Spielzeug oder Horror im Kinderzimmer? (Teil 2 von 2)

Wie in der Initialkolumne versprochen, gibt’s dieses Mal Fakten, Fakten, Fakten rund um internetfähiges Kinderspielzeug. Los geht’s mit der Stiftung Warentest! Das renommierte Institut untersuchte im vierten Quartal 2017 sieben „smarte“ Spielgefährten und stellte teils „massive Sicherheitsprobleme“ fest, die auch führende IT-Fachmagazine bestätigten. Nicht nur, dass die Steuerungs-Apps private Daten an den Hersteller funkten – sie wiesen auch offensichtliche Schwachstellen auf, die Angreifern ein leichtes, freilich unerwünschtes „Mitspielen“ ermöglichten. Noch bedenklicher: Teilweise konnten die „smarten Teddys“ einfach mittels eines weiteren Smartphones und einigen Grundkenntnissen gehackt werden.

Auch der „liebe Onkel“ wird „smart“!?

Das Ergebnis? Auch Sie kennen die Geschichte des „lieben Onkels aus der Nachbarschaft – lieb besonders zu kleinen Kindern?“ Was wäre, wenn der „gute Mann“ sich nun, mit grundlegenden Hackingkenntnissen, autodidakt aus dem Internet erlernt, sich unbemerkt in die Augen und Ohren des kuschligen Teddybären, der süßen Puppe, im Kinderzimmer der heranwachsenden Tochter „befördert“ … und das ganze „Kinderzimmerkino“ vielleicht sogar mit seinen eben so „lieben Freunden“ auf einem privaten Live-Stream teilt … ?“. Wie gut würden Sie „dank“ solcher Gedanken schlafen? Stop – wir garantierten: Keine unbestätigten Horror-Gerüchte und hinterfragten die Sache bei einem IT-Experten. „Aufgrund der derzeitigen Faktenlage halte ich das Szenario sogar für äußerst realistisch!“, so sein erst wenige Tage aktuelles Résumé.

Wenn der „smarte Spion“ handgreiflich wird …

Beobachten, abhorchen … okay, okay, doch haben wir, zumindest mit unseren ersten, vergleichenden Spekulationszeilen in Teil 1 in Bezug auf Horrorfilme, nicht doch deutlich überdramatisiert. Zugegeben: Glücklicherweise erreichte unsere Redaktion bis heute (Jahreswechsel 2017/18) noch kein dezidierter Verletzungsfall eines Kindes durch ein smartes Spielzeug. „Mehr als nachdenklich“ stimmte uns aber ein topaktueller Bericht der evtl. ernstzunehmendsten IT-Fachzeitung Europas, der c‘t. Die Redakteurin eröffnete diesen bereits in der Überschrift mit „Produkte von süß bis gruselig auf Chinas größter Technikmesse“. Mit ein Grund: Nicht etwa fliegende Autos und auch nicht die autarken VR-Brillen waren die Superstars der „China Hi-Tech Fair 2017“ sondern …? Erraten! Kindeshohe Roboter in unterschiedlichster Ausstattung und „zufälligerweise“ auf „niedlich getrimmt“, so der Fachreport, der wohl bewusst von „spitz-kritischer Feder“ zeugte.

„Hoverboard-Skandal 2018“ …?

Wer nun noch denkt, „Chinaneuheuten und bis die bei uns sind …“, wollen wir an die Hoverboard-Unfälle vor gut einem Jahr erinnern. Bereits kurz nach Erscheinen der „smarten Skateboards“ verursachten diese, fernab von Prüfplaketten & Co., auch in Europa „dank“ Fehlfunktionen teils Schwerverletzte. Unser Résumé: Riskieren Sie im Falle von „Smartem Spielzeug“ auch 2018 lieber die eine oder andere schnell vergessene Kinderträne aufgrund eines „etwas anders erfüllten Geburtstagswunsches“ und kaufen Sie sicherheitshalber … NICHT!

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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