2019er-Jugenddroge Nr. 1: Computerspiele!? (Teil 7 von 7)

Alle nun lesenden Eltern und „Ex-Jugendlichen“: Hand auf’s Herz! Was bewirkten in Ihren „wilden Youngster- und Teenagerzeiten“ strikte Verbote oder gar Zwangsregulierungen wie beispielsweise das Wegsperren des TV-Geräts? Korrekt: Vermutlich erinnern auch Sie sich mit einem Lächeln an eine paradoxe „jetzt-erst-recht-Aktion“, zum Beispiel in Form eines verlängerten Fernsehabends bei einem Schulfreund. Ähnlich gestaltet sich die Situation freilich auch 2019 beim Thema Computerspielsucht. Exakt deshalb sind die im vorangegangenen Kolumnenteil beschriebenen, technischen Schutzmaßnahmen, vor allem bei IT-affinem Nachwuchs, wohl fernab einer zufriedenstellenden Endlösung.

Reales Seifenkistenabenteuer statt simuliertes Formel-1-Rennen am PC …

Wie sich diese, laut der Experten, in zwei Schritten am sichersten erreichen lässt? Erstens gilt es für alternative, möglichst „sozial-analoge“ Inhalte für den Nachwuchs zu sorgen, beziehungsweise die Kinder und Jugendlichen dafür zu begeistern. Im Klartext: Von der Pfadfindergruppe über Sport- und Musikverein bishin zum Seifenkistenrennen am Wochenende oder einem „bunten Mix“ aus alledem … Hauptsache fernab der digitalen Welt und möglichst unter Freunden – so die Devise. Auch im zweiten, essenziellen Punkt sind zuerst die Eltern und Erziehungsberechtigten gefragt. „Medienkompetenz“ lautet nämlich das Zauberwort, welches das gemeinsame Entwickeln einer entsprechend vernünftigen Familienstrategie für das zweifelsohne heikle Thema Computerspielen ermöglicht.

Medienkompetenz erlernen und an die „Youngster“ weitergeben …

Die gute Nachricht ist, wohl auch aufgrund der alarmierenden Fakten in dieser Artikelserie, leicht nachvollziehbar: Sowohl Erwachsenenweiterbildungsinstitute jedoch oft auch Schulen und Büchereien bieten derzeit laufend Vorträge, Seminare und Diskussionsrunden mit Experten an. Apropos Büchereien: Auch Fachbücher und Elternratgeber zu diesem Thema erscheinen quasi im Monatstakt. Sinn der Sache ist es schließlich freilich, das Erlernte in der Familie sinnvoll und praxisgerecht für alle Beteiligten umzusetzen. Denn worin sich auch Jugendpsychologen mehrheitlich einig sind: Die eine oder andere Computerspielstunde, nach den erledigten Hausaufgaben oder an einem Regentag am Wochenende, führt psychisch stabile und im Leben balancierte Youngster normalerweise weder in die Sucht- noch in die Schuldenfalle!

Homöopathika & Co. statt Psychopharmaka …

Nicht mehr zu weit aus dem Fenster lehnen sollten sich jedoch die Eltern – so die Erfahrungen laut der Experten während der vergangenen Jahre – wenn sich eine Computerspielsucht bereits manifestiert hat. In aller Regel ist dann der Zug für familieninterne Aufklärungs- und Beratungsgespräche nämlich leider längst abgefahren und professionelle Hilfe wird notwendig. Freilich profitieren die Betroffenen in diesem Fall vom, in der Initialkolumne zitierten WHO-Entschluss die „Gaming Disorder“, beziehungsweise exzessives Computerspielen, als „offizielle Krankheit“ anzuerkennen. Nicht vergessen: Die Krankenkassen übernehmen somit meist die Behandlungskosten! Bei der Wahl der konkreten Therapieform sind allerdings erneut die Eltern am Zug. Klar ist: Psychopharmaka als „Sofortlösung“ bedürfen vermutlich nach einer Rückfrage beim Arzt, eventuell auch dem Einholen einer Zweitmeinung. Was die Alternativmedizin respektive die Kinesiologie, die Homöopathie sowie natürliche Nahrungsergänzungsmittel, zumindest als therapiebegleitende Maßnahmen auf sanftem Wege beitragen können, lässt sich in www.AlternativMedizinPodcast.eu/… Sendung 42, „Internet- und Smartphone-Sucht“ nachhören.

Sendung 42: Internet- und Smartphone-Sucht

… lautet der Direktlink. Last, but not least: Adressen spezieller Beratungsstellen für Jugendliche und Eltern finden sich im sechsten Kolumnenteil von „WHO-Krankheit Internet- & Smartphonesucht?“ unter …

WHO-Krankheit Internet- & Smartphonesucht? (Teil 6 von 6)

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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