Fünf Physio-Tipps für ganzheitlich mehr Spaß am Sport! (Teil 3 von 12)

»Sportmotorisch betrachtet, begünstigt der „Stillsitz-Life-Style“ in erster Instanz eine chronisch verkürzte Hüftbeugemuskulatur bei zugleich geschwächter Hüftstreckermuskelkette. Dies führt oft zu einer, nomen est omen, sogenannten „Sitz-Laufhaltung“. Es handelt sich dabei nicht nur um einen höchst unökonomischen Laufstil – auch Hüft-, Knie- und Sprunggelenke unterliegen in der Regel unphysiologischen Belastungen. Zweitens macht sich die, gewohnheitsmäßige nach vorn gebeugte Rundrücken-Schreibtischhaltung, respektive die stark gekrümmte Brustwirbelsäule vor allem bei Impact-Sportarten wie dem Laufen gerne negativ bemerkbar. Konkret: Meist harmlose aber lästig-schmerzhafte Blockierungen der Brustwirbelkörper sowie Rippengelenks-Blockierungen können die Folge sein. Liest sich nach massiven Problemen? Wie versprochen: Ich nenne es zu Recht lediglich „temporäre Sportuntauglichkeit“!

Aktiver, gezielter „Kurz-Yoga-Flow“ gegen „temporäre Sportuntauglichkeit“!

Trainierten gelingt es tatsächlich oft innerhalb weniger Minuten, den Körper wieder so auszurichten und zu aktivieren, wie dies in Mutter Natur’s ursprünglichem Plan lag. Selbst die Hüftstreckermuskelkette unterliegt in diesem Fall oft keinem muskulären, sondern nur einem vorübergehend neurologischen Problem – der Volksmund würde es wohl sinngemäß korrekt mit „… beim Sitzen eingeschlafene Muskeln …“ umschreiben. Alles, was es zum „Wiederaufwecken“, beziehungsweise, was die anderen erwähnten „Problemzonen“ betrifft, zum aktiven Dehnen, Tonisieren und Mobilisieren benötigt, ist quasi ein gezieltes Rekeln und Strecken, frei nach dem Vorbild besagter mexikanischer „Wunderläufer“. Bei normalgesunden Sportlern bediene ich mich dabei am liebsten aus dem Repertoire des seit Jahrtausenden erfolgserprobten Yoga. Eine auf die individuelle Person und die jeweilige Sportart abgestimmte Yoga-Bewegungsfolge, respektive einen aktivierenden Yoga-Warmup-Flow zu entwickeln, geschieht idealerweise in Kooperation mit einem erfahrenen Sportphysio. Speziell bei fortgeschrittenen Athleten kann selbiges aber, etwas Körpergefühl und Experimentierfreudigkeit vorausgesetzt, auch autodidakt glücken.

Aufwärmen mit seit Jahrtausenden erfolgserprobten Yogabewegungen …

Einige Yoga-Stellungen und -Übungen, welche besonders der Stillsitz-Problematik gezielt entgegenwirken und die ich persönlich bevorzugt in von mir entworfene „Flows“ integriere: „Child’s Pose“, „Warrior 1“, „Runner’s Lunge“, „Cats and cows“, „Downward-facing dog“ sowie „Upward-facing dog“. Weshalb ich soeben die englischen Bezeichnungen nannte? Meiner Erfahrung nach gibt sich YouTube, zumindest aus aktueller Jahr-2020-Sicht, sowohl was die Quantität als auch die Qualität der konkreten Lehrfilme dazu angeht, primär amerikanisch und kanadisch dominiert. Wer möchte, darf sich freilich gerne der deutschen Untertitel bedienen. Ein YouTube-Kanal, den ich allen, die nach aktiv-dehnenden und kräftigenden, „Pre-Sport-Flows“ suchen, absolut empfehlen kann: „Man Flow Yoga“. Trotz der Namensgebung eignen sich die Videos, meiner Ansicht nach, auch uneingeschränkt für Sportlerinnen. Für zwei echte, sportartunabhängige Geheimtipps aus dem gigantischen Man-Flow-Yoga-Archiv, halte ich beispielsweise die Videos „Morning Yoga for Confidence & Energy (Strength, Posture, and Mobility)“ sowie „15 Minute Thoracic Mobility Workout“. Weiters finden sich zahlreiche spezifische Yoga-Flow-Workouts, zum Beispiel speziell für Läufer und Golfer konzipiert, im Filmarchiv. Doch Vorsicht! Vor allem Neulingen im Yoga-Genre rate ich auf jeden Fall, anfangs die Haltezeiten der vorgezeigten Stellungen zu reduzieren. Ansonsten könnte das „Kurz-Warmup“ rasch zu einem separaten Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht ausufern …«

Teil 4 folgt in Kürze hier!

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

Foto: © Andreas Kempter / www.kempter7.com/…

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