Fünf Physio-Tipps für ganzheitlich mehr Spaß am Sport! (Teil 4 von 12)

»Was sich für alle, die anstatt Ausdauer primär Kraft trainieren, nach dem Pre-Workout-Yoga-Flow lohnen dürfte, sind 6 bis 8 Minuten auf dem Laufband oder dem Cross-Stepper. Mehrere sportwissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre bestätigten, dass eine Herz-Kreislaufaktivierung bei moderater Trainingsintensität, nicht nur eine Leistungssteigerung beim anschließenden Krafttraining, sondern auch eine Reduktion der Verletzungsanfälligkeit bewirken kann.

Aufwärmregime für Über-35-jährige: Bitte kein „Sparen am falschen Ort“!

Eine finale Anmerkung zum Thema „Aufwärmregime für trainingszeitmäßig knapp bemessene Freizeitsportler …“, die ich primär an alle Über-35-jährigen adressiere: Für einen 20-jährigen Sportler bedeutet ein blockierter Wirbel, wird dieser rasch behandelt, eventuell zwei ausfallende Trainingstage. Sogar eine schwere Sportverletzung, inklusive OP und Reha, ist mit etwas Glück innerhalb eines halben Jahres Schnee von gestern. Dieselben Szenarien für einen 40-jährigen? Bereits das Wirbelsäulen-Malheur „kostet“ oft eine volle Woche, in welcher der Schmerz auch im Alltag zum ständigen Begleiter wird. Ein Sportunfall in diesem Alter führt leider nicht selten dazu, dass ausgerechnet der Lieblingssport ein Leben lang, wenn überhaupt, nur noch mit Einschränkungen praktiziert werden kann. Ich denke, das Fazit daraus ist klar: Bitte kein „Sparen am falschen Ort“ und stattdessen das Aufwärmen als elementares, wenn nicht sogar als wichtigstes Element im Trainingsprogramm von vorn herein einplanen, zeitlich berücksichtigen und 100%ig gewissenhaft ausführen!

Cooldown exklusiv für Vollprofis?

Zum Thema Cooldown, beziehungsweise dem „Abwärmen“ nach dem Aktivsein: Wie wär’s mit bewusst-aktivem Auslockern der Muskulatur und Durchbewegen der Gelenke, bevor circa eine Minute im Kältetauchbecken sein darf? Anschließend heißt’s, nach einer Wechseldusche: ab in die Infrarot-Sauna, für etwa eine Viertelstunde – dann zum „krönenden Finale“, einer Sportmassage. Exakt so liest es sich in den Empfehlungen eines aktuellen Trainingslehre-Buchs. Logisch sind derartige „regenerative Superlative“ für Freizeitsportler wohl nur in den allerseltensten Fällen realisierbar. Bleibt die Thematik also exklusiv den Profis vorbehalten? Ich behaupte: Ganz und gar nicht! Grundsätzlich geht’s einfach darum, Körper und Geist, für die im Training vollbrachte Leistung, ein wenig Ausgleich und ruhig auch etwas bewusste Belohnung zu gönnen. Ein lockerer Kilometer auf dem Radergometer können sich dafür ebenso sinnvoll erweisen, wie eine Faszienrollenanwendung, eine Kalt-Warm-Wechseldusche oder ein herrlich-relaxierendes Muskelregenerationsbad, mit einem hochwertigen Badezusatz aus der Apotheke. Zu vermeiden gilt es jedoch den, bei Hobbysportlern oft zeitknappheitsbedingten, zusätzlichen „Regenerationsstress“, der freilich meist das Gegenteil des Erwünschten, nämlich der Entspannung und des „Runterkommens“, bewirkt. Noch kontraproduktiver sind Maßnahmen, die die Erholungszeit sogar verlängern können. Konkret meine ich in erster Instanz einen Fitness-Mythos aus den 1980er-Jahren, das statische Stretching, welches anscheinend den Muskelkater verhindern oder lindern kann. In Wirklichkeit ist dessen Verschlimmerung möglich …«

Teil 5 dieser Artikelserie folgt in Kürze.

Foto: © Simon Liesinger

Zurück zur Startseite