Gefährlicher digitaler Stress oder sinnvoller Smartphone- und PC-Einsatz? 10 Praxistipps (Teil 20 von 48)

Von jenem Juli-1994-Telefonat an, welches im Zentrum der vorangegangenen Teile dieser Artikelserie stand, beschlossen Konrad und ich, üblicherweise fix einmal wöchentlich kurz zu telefonieren. Im Endeffekt wurden daraus stets, oft sogar mehrere Themen inkludierende „Updategespräche“ – freilich vor allem meine „Digitalstress-Seminare in spe“ betreffend. So tauschten wir uns normalerweise absolut fokussiert und zweifelsohne enthusiastisch beispielsweise über unsere diversen „Eigenversuche“, zu den besprochenen Lösungsmöglichkeiten und eventuell noch sinnvollen Erweiterungen, aus. Insbesondere manche der „Konradlösungen“, die selbstverständlich grundsätzlich zumeist auf den Ratschlägen seines Psychologen basierten, als auch „Siegfrieds und Konrads Digitalstress-Kombinationslösungen“, wie mein deutscher Freund sie benannt hatte, begeisterten mich und sorgten regelmäßig für die eine oder andere „Positiv-Überraschung“. Zudem „eröffnete“ Konrad, wie er es im Juli angekündigt hatte, bereits Mitte August, ob der Fakten seines Psychologen, ein „Computersucht-Kapitel“ im Script und berichtete mir außerdem immer wieder von diversen Zukunftstrends. Zweimal schickte er mir hierzu auch eine aktuelle c’t-Ausgabe, die er eigens für mich zusätzlich zu seinem Abo gekauft hatte, zu, um einige Fachberichterstattungen, die ihn besonders fasziniert hatten, zu besprechen. Dies führte übrigens dazu, dass ich „Europas größtes IT- und Tech-Magazin“, wie sich die c’t zur Entstehung dieser Zeilen im Dezember 2021 auf dem Cover bezeichnete, abonnierte. De facto zweifelsfrei, retrospektiv betrachtet, eine „Goldwertinvestition“ für meine gesamte berufliche Zukunft! Ich wurde so nämlich nicht nur über Innovationen, sondern vor allem auch was künftige Entwicklungen der „digitalen Welt“ anging, fortlaufend sensibilisiert und informiert. So gabs selbstverständlich auch immer mehr Vermerke in „Siegfrieds Seminarplaner 1.0“, beziehungsweise in meinen beiden Einträgen für die zwei „Gesund bleiben am PC!“-Seminare. Und auch Konrads Vorstellungen, über die ich im 15. Kolumnenteil unter …

Gefährlicher digitaler Stress oder sinnvoller Smartphone- und PC-Einsatz? 10 Praxistipps (Teil 15 von 48)

… schrieb, in Bezug auf mein, mich wieder im EDV-Unternehmen „einzuleben“ und idealerweise schon im Sommer erste firmeninterne Präsentationen oder Schulungen abzuhalten, was aus seiner Sicht ein perfektes „Grundlagentraining“ für meine mögliche Seminartrainerzukunft repräsentierte, wurden zur Realität.

Zurück im EDV-Unternehmen und innerhalb weniger Wochen primärer, firmeninterner Schulungsleiter!

Ein Mädchen und ein Junge begannen in der zweiten Augustwoche – ich arbeitete zu dieser Zeit freilich bereits wieder, nach dem absolvierten Zivildienst im Unternehmen – deren Lehrausbildung als Bürokauffrau beziehungsweise als Bürokaufmann. Sowohl die Geschäftsführung, als auch der Lehrlingsausbildner nahmen wohlwollend wahr, dass ich während der Zeit im Pflegeheim offensichtlich „einschulungsaktiv“ geblieben war und meine Praxisexpertise in diesem Fachbereich de facto noch erweitert hatte. So war mein Auftrag, in den kommenden Wochen die zwei „Neuen“, neben der grundlegenden PC-Bedienung, sowohl in unterschiedliche Officeprogramme, wie Word und Excel, als auch in unternehmensinterne Softwarelösungen einzuschulen. Dazu gesellte sich ab der ersten Septemberwoche eine neu angestellte Chefsekretärin, die zwar enorme Organisations-, Kommunikations- und auch Maschinschreib-Erfahrungen besaß – allerdings im EDV-Bereich, bei diversen Programmen, definitiven „Nachlernbedarf“ aufwies. Jedoch erwies sich die Dame als äußerst engagiert und für mich als EDV-Trainer zweifelsohne als auffallend dankbar und lernbegierig. So wurde ich – auch aufgrund des positiven Feedbacks meiner Coachees, neben meiner Tätigkeit in der Auftragsbearbeitung, mehr und mehr zum primären, firmeninternen Schulungsleiter des Unternehmens!

Private „Jubelbotschaften“ von Konrad und ein einstündiger
„Gesund bleiben am PC!“-Vortrag mit langfristigen Erfolgsfolgen …

Am 21. September und somit zwei Tage vor dem offiziellen Herbstbeginn, berichtete mir Konrad berechtigt stolz von seinem, nach einer radtourenintensiven Urlaubswoche, wohl endgültig realisierten Normalgewichtsziel. Nur drei Wochen später gabs die nächste „Jubelbotschaft“ privater Natur: Hannelore, DIE große Liebe während der Gymnasiumszeit, wie er mir erzählte, hätte ihn am Vortag rein zufällig in der Bücherei angetroffen. »Wir waren damals wohl so ein typisches „Teeniepärchen“ … wie das mit 16 so ist, war die Sache freilich nicht von Dauer. Und … na ja sie arbeitet und lebt offensichtlich seit Jahren in der Nachbargemeinde, das stellte ich gestern überrascht fest – ich hatte absolut keinen Kontakt mehr zu ihr, seit der Schulzeit. An sich war sie nur hier, um ihre Eltern zu besuchen und, da etwas Zeit zur Verfügung stand, wollte sie in der „Bücherei ihrer Kindheit“, wie sie meinte, ein wenig in Erinnerungen schwelgen. Nun … und da traf sie plötzlich auf mich … wir waren alle beide fürs Erste „einfach nur baff“ … aber wir haben uns nächste Woche zum Kaffee verabredet und ich halte dich auf dem laufenden, Siegfried!«, so Konrads telefonischer „Oktober-O-Ton“. Zur selben Zeit setzten wir auch um, was mein deutscher Freund schon im April anvisiert hatte: Ein allererstes, fertig ausgearbeitetes Konzept zu einem initialen „Gesund bleiben am PC!“-Seminar, für meine Vorgesetzten. Obwohl die provisorische, firmeninterne Ausschreibung für ein Halbtagsevent, mitsamt einiger Konzeptseiten, rein thematisch und sogar, was die angedachte Durchführung anging, grundsätzlich auf Zustimmung stieß, war Zurückhaltung angesagt. Rückblickend bin ich de facto heilfroh für die damalige Entscheidung der Geschäftsführung, denn im Endeffekt sollte ich – was sich zu diesem Zeitpunkt erst anbahnte und ich selbst definitiv absolut unterschätzte – in Kürze sozusagen „mehr als voll ausgelastet“ sein. Doch um kurz beim allerersten „Digitalstress-Seminar“ meines Lebens zu bleiben: Daraus wurde zuerst nur ein einzelner, einstündiger Vortrag. Dieser war jedoch insofern ein Erfolg, als dass meine Vorgesetzten mich sogar dezidiert darum baten – ähnlich wie bei den Zivildienstschulungen, über welche ich sie informierte – ab und an „Digitalstressvermeidungs-Ratschläge“ in meine Schulungen zu integrieren, um Erfahrungen in diesem „sicherlich zukunftsträchtigen Bereich“ – wie es ein Abteilungsleiter auf den Punkt brachte – zu sammeln. De facto war dieses Inkludieren des Digitalstressthemas als für mich „essenzielle Randkomponente“, bei möglichst zahlreichen Einschulungen und Seminaren – was ich ebenfalls noch nicht ahnen konnte – sozusagen ein weitreichendes Langfristerfolgskonzept, das ich übrigens noch bei meinen heutigen Events so handhabe. Im Klartext: Egal ob Office-Softwareseminar für Fortgeschrittene oder PC-Grundlagenkurs für Senioren … zumindest als Randthema ist bei mir ein „Digitalstressunterkapitel“ üblicherweise stets „mit an Bord“ der Konzepte!

„Mehr als voll ausgelastete“ Monate und ein „Hollywood-Superheld mit Energie ohne Ende“ der dennoch an „reale Grenzen“ stieß …

Was nun das Thema „mehr als voll ausgelastet sein“ anging: Als ich – ebenfalls im Oktober – erstmals davon erfuhr, dass drei Programmierer im Unternehmen ein äußerst leistungsfähiges und innovatives Softwareprojekt umgesetzt hatten, und ich quasi als firmeninterner „Schulungsleiter“ angedacht war, witterte ich freilich DIE Chance! Da feststand, dass das Programm – wie es bei uns üblich war – vorab mehrere Monate im internen Betrieb getestet und optimiert werden sollte, bevor wir es auch Kunden zur Verfügung stellten, war klar: Ich konnte so voraussichtlich, zuerst per „Mitarbeiterschulungen en masse“, EDV-Seminartrainer-Erfahrungen sammeln und schlussendlich vielleicht sogar als „Kundentrainer“ im Präsentations- und Schulungsraum mit meinen allerersten „hochprofessionellen“ Seminaren, so meine Gedanken, aktiv werden! Absolut motiviert und – ähnlich wie in meiner Lehrzeit – mit einem wohlwollenden „Daumen hoch“ vonseiten der Geschäftsführer, meldete ich mich spontan bei einem Weiterbildungsinstitut für mehrere weitere Ausbildungen an, um noch optimaler für meine EDV-Seminartrainerrolle vorbereitet zu sein. Sowohl ein spezielles Rhetorikseminar, eine allgemeine Seminartrainerausbildung, sowie ein vertiefender, professioneller Stimm- und Sprechtrainingskurs, standen so innerhalb kurzer Zeit in meinem definitiv fortan reichlich gefüllten Terminkalender. Als ich die Software, um die es konkret bei der, für meine, ab Anfang 1995 anvisierten firmeninternen Schulungen ging, erstmals persönlich „live“ von André, einem der Programmierer, vorgeführt bekam, wurde mir jedoch rasch klar: Die Beherrschung des komplexen Programms – es handelte sich um eine umfassende Projektplanungs- und Überwachungs-Software, in Kombination mit einem Customer-Relationship-Managementsystem, also einem Kundenbeziehungsmanagement-System – war definitiv auch für mich mit einem „ordentlichen Lernaufwand“ verbunden. Schließlich sollte ich das Programm als Schulungsleiter freilich in- und auswendig kennen. So machte ich mich sofort ans Studium des Programms, was de facto einiges an Zeitaufwand in Anspruch nahm. Dazu gesellte sich selbstverständlich noch meine Rolle im Tagesgeschäft des Unternehmens im Rahmen der Auftragsbearbeitung – konkret war ich als Sachbearbeiter für mehrere, anspruchsvolle Projekte zuständig. Nicht zu vergessen: Meine bereits laufenden, diversen firmeninternen Schulungen – vor allem für die zwei Bürolehrline, sowie die Chefsekretärin – die mir mächtig Spaß machten und bei denen ich nun, wie vereinbart, ab und zu sogar „Digitalstressvermeidungs-Ratschläge“ integrierte. Dies führte übrigens erneut – wie schon während der Zivildienstzeit – zu positivem Feedback, was mich zweifelsohne zusätzlich motivierte. Auch in meiner Freizeit wollte ich „nicht locker lassen“, wie ich es zu sagen pflegte. Um für die „Speedwanderrekorde“ mit Fabian, die meist sonntags auf meiner „Wochenagenda“ standen, noch fitter zu werden, kaufte ich mir ein Paar hochwertige Winterlaufschuhe und entsprechend wetterfeste Funktionsbekleidung. Auf einem Rundkurs, der mich auf straßenlaternenbeleuchteten Nebenstraßen bergauf- bergab durchs Dornbirner Oberdorf führte, konnte ich mich abends, mit recht minimalem Zeiteinsatz, noch „ordentlich auspowern“ – so erneut meine eigene Bezeichnung für mein Training. Im Endeffekt ist mir, rückblickend betrachtet, zweifelsfrei klar, dass es sich dabei um hochintensive Workouts handelte, die garantiert nicht regenerativ waren und ich mir insgesamt im Leben verflixt viel zumutete – unterm Strich wohl zu viel! Davor – konkret freilich auch in Hinblick auf eine eventuell drohende, sich einschleichende, chronische Stressbelastung – warnte mich auch Konrad bei einem Novembertelefonat. Allerdings fühlte ich mich topfit und wollte derartige Limitationen für mich definitiv nicht wahrhaben. Schlussendlich gab ich „einfach nur in allen Lebensbereichen mein Bestes“, schlief genug und ernährte mich – dank der gesundheitsbewussten Kochkünste meiner Mutter – auch entsprechend gesund, so meine Meinung, die an sich sicherlich korrekt war. An einem Dezemberwochenende merkte ich beim „Speedwandern“ dennoch, dass ich leider meine eigenen, wie immer anspruchsvollen Erwartungen an mich selbst nicht erfüllte. Mein Körper war zweifelsohne wesentlich weniger fit und erholt als angenommen. Im Endeffekt fühlte ich mich sogar recht müde und energielos. Fabians Vater, der uns an diesem Tag begleitete, meinte bei der Rückfahrt im Bus nachdenklich: »Siegfried, nach allem, was du mir erzählt hast, habe ich persönlich das Gefühl, du lebst momentan wie eine Art Leistungssportler – nur, dass sich bei dir die Höchstleistungen sowohl im körperlichen und im geistigen Bereich abspielen. Was du in meinen Augen jedoch vergisst, ist, dass derartige Eliteathleten sich oftmals sicherlich noch gezielter ernähren als du und zudem üblicherweise auf eine ausgeklügelte Supplementierung, die beispielsweise die Regeneration unterstützt, setzen.« Retrospektiv gesehen traf seine damalige Aussage, meiner Meinung nach, absolut ins Schwarze. Ich dachte in jenen Monaten – was für einen 19-Jährigen vermutlich nicht unüblich ist – ich wäre eine Art Hollywood-Superheld, der einfach nur „Energie ohne Ende“ besaß und für den keinerlei „Erfolgsgrenzen“ existierten. Zweifelsohne ein Trugschluss, denn der „Held“ stieß nun zunehmend doch an äußerst „reale Grenzen“ …

Die Fortsetzung folgt in Kürze mit dem 21. Kolumnenteil.

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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Veröffentlicht / zuletzt aktualisiert im Mai 2022
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