Jürgen Reis’ Profitipps für Ihren Aktiv- und Sporturlaub (Teil 5 von 7)

3. Profi-Life-Style mit optimal adaptierter Tagesgestaltung
Nun zur in Punkt 2 angedeuteten Kompromissbereitschaft am Urlaubsort. Alle, die sich nun fragen, was ich als Sportkletterer überhaupt in Ägypten trainiere? Sicherlich nicht klettern – Kletterwände sind dort meines Wissens zugegeben völlig unbekannt. Ich buchte solche „Grundkonditionierungswochen“, wie mein Trainer sie nannte, meist fernab der Wettkämpfe, zum Beispiel im Dezember, bei Saisonstart im März. Auch dieses Bild zeigt mich, exakt wie das Bild im vierten Kolumnenteil, am Rotmeerstrand mit meinem, selbst von zu Hause mitgebrachten, Suspension-Trainingsgerät. Ägypteninsider werden sich außerdem vermutlich bereits seit dem letzten Artikel wundern, wie ich bei dieser Wüstensonnenhitze trainieren konnte. Die Antwort ist auch in diesem Fall recht simpel: Die Bilder entstanden beide kurz vor 9 Uhr früh. Um diese Zeit lag die „Halbzeit“ meines morgendlichen Krafttrainings, welches bis circa 10 Uhr 15 dauerte, längst weit hinter mir, denn ich startete dieses um kurz nach 7.

„Langschläfertraining“ um … kurz nach 7 Uhr früh!?

In Dornbirn teilte ich in diesem Winter meine Workouts auf eine Aktivierungseinheit früh morgens, sowie die Haupteinheit, die vom frühen Vormittag bis in den Nachmittag hinein dauerte, auf. Freilich hieß es hier im Land der Pharaonen: Bitte adaptieren! Ich denke für die allermeisten Aktiven wird dort das Zeitfenster zwischen 11 und 16 Uhr, aufgrund „brennend heißer Wüstensandbedienungen“, gepaart mit superlativer UV-Einstrahlung zum No-Go für alle körperlich fordernden Aktivitäten. Die Lösung entstand jedoch nicht nur eigennützig. „Langschläfertraining“ nannte ich, selbstverständlich leicht ironisch angehaucht, ein Unterkapitel meines sechsten Buches „Peak-Time 2“, in welchem ich die täglichen Trainingseinheiten und auch die Tageszeiten penibel und detailliert dokumentierte.

„Peak-Time 2“ Manuskript bleibt unveröffentlicht, aber …

Im Reisejargon Informierte, werden sich wohl sofort gedacht haben, woher meine Kapitelnamensgebung rührte. Klar doch! Namensgeber war das Langschläfer-Frühstücksbuffet, das ich, nach dem obligatorischen kurzen Lauf zurück ins Hotel, der Dusche und der Umkleide, sprichwörtlich „Last Minute“ erreichte. Abgeräumt wurde nämlich ab 10:45 Uhr, aber es durfte freilich in Ruhe zu Ende gefrühstückt werden. Nebenbei entstanden manchmal bereits die ersten Notizen für das erwähnte Kapitel, das im Manuskript übrigens 18 A4-Seiten füllte. Manuskript? Tatsächlich ist „Peak-Time 2“ eine Art unvollendetes Buch, welches wohl unveröffentlicht bleibt. Jedoch diente es mir x-fach als unentbehrliches Handbuch für Private-Coachings und freilich freut es mich, dass ich an dieser Stelle die Essenzen des Kapitels publizieren darf.

„Grundkonditionierung“ auch für Hobbysportler …

Das Grundprinzip ist es dabei, die klimatisch „sportlichsten“ Morgenstunden für das Haupttraining zu nutzen. Wird keine eigene Sportart von zu Hause „mitgebracht“, beziehungsweise ausgeübt, kann freilich auch mein Grundkonditionierungsprogramm, individuell adaptiert, angewandt werden. Was meine Erfahrungen mit zahlreichen „Sporturlaubs-Coachies“ und deren Feedback zeigten: Erstens benötigen Hobbysportler, außer einem Paar leichter Strandlaufschuhe, meist überhaupt keine Ausrüstung. Ein Balken oder eine Stange für Klimmzüge ist vielerorts schnell gefunden – Liegestütze, Kniebeugen, Planken etc. können ohnehin so gut wie überall praktiziert werden. Wem hierbei die Fantasie in Bezug auf die Übungsauswahl fehlt: Google-Suchworte wie „Calisthenics Beginners Workout“ führen zu Internet-Tutorials en masse! Zweitens soll das Training für Freizeitsportler freilich kürzer ausfallen. Eine gute Stunde, exklusive dem Auf- und Abwärmen, reicht meist mehr als aus, so ist auch ein „Standardfrühstücksbuffet“, welches beispielsweise um 10 Uhr schließt, erreichbar. Die Trainingsumfänge, jedoch vor allem auch die Workout-Intensität, sollte generell je nach Tagesform angepasst werden. Auch Ruhetage, die zum Beispiel mit einer lockeren Lauf-, Walk-, oder Schwimmeinheit eröffnet werden, dürfen jederzeit bei Bedarf sein. Im Mittelpunkt steht Urlaubsspaß mit Bewegung und Kreativität. Freilich dürfen Überlastungserscheinungen, Übertraining oder gar Verletzungen hierbei keine Chance kriegen! Haupttraining? Gibt’s eventuell noch eine zweite Workout-Möglichkeit für Topmotivierte? Ein detaillierter Tages- und auch Sporternährungsplan folgt im nächsten Tipp.

Die Fortsetzung gibt’s in Kürze hier.

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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