Sicher an PC und Smartphone – Neun 2019er Profi-Tipps! (Teil 6 von 9)

6. Geisterschloss 2019 = Smarthome!?
Sie erfreuen sich eigentlich großteils Ihres Lebens – doch dürfte ab und zu etwas mehr Überraschung, Abenteuer, vielleicht sogar eine Portion Gänsehaut dabei sein? Wie wäre es mit einem „hochintelligent verhexten“ Kühlschrank in Ihrer Küche? Beim letzten Firmware-Update verlernte dieser, auch der Hersteller weiß nicht warum, anscheinen das Rechnen. Fazit: Soeben klingelt der Expresslieferservice aufgrund einer „Automatisch bestellten und bezahlten Lieferung …“: Statt einer Packung Butter und Eier stehen jeweils 100 davon vor Ihrer Tür. Klingt spannend? Lässt sich arrangieren? Oder wie wär’s mit ein wenig „zurück in die guten, alten und grusligen 1980er-Jahre“ à la Poltergeist? Will heißen, wie im Film einen Fernseher, der zu nachtschlafender Stunde plötzlich selbstständig durch die Programme „zappt“ und, sehr zur Freude der Nachbarn, auch die Lautstärkeregelung „testet“? Auch hier gilt: absolut kein Problem!

Poltergeist & Co. werden zur Realität?

Genauso könnte ein „smartes“ Sprachassistenten-System, welches jedes noch so kleine Geräusch aus Küche, Bade- und Schlafzimmer mitschneidet, die Archivdateien aller Privatkommunikationen „versehentlich“ ins offene Internet verfrachten. Schluss mit „Abenteuer und Gruselspaß“? Alle drei genannten Fälle kamen, obwohl die dahinter stehenden Markenhersteller und/oder Internetgiganten zum Teil kurz zuvor noch verlautbarten, dies wäre „… absolut ausgeschlossen …“, in jüngster Vergangenheit bereits vor. Sowohl namhafte IT-Security-Magazine als auch international angesehene Experten und Organisationen aus diesem Bereich warnen schon seit geraumer Zeit vor den gravierenden Sicherheitslücken in Smarthome-Produkten mit Internetkontakt. Ohne Sie mit den Insider-Details zu Brute Force- und Replay-Attacken oder von außen manipulierbarer Firmware-Updates zu langweilen: Sie können sicher sein, selbst dem Computerfreak-Bengel von visavis könnte ein solcher Hackangriff auf Ihr „traut vernetztes Heim“ mit minimalem Programmier-Vorwissen gelingen.

Der Computerfreak-Bengel im „traut vernetzten Heim“ …

Dies bewies mir kürzlich auch ein Berufskollege. Sein IT-Security-Unternehmen hatte, im Auftrag eines Konsumentenschutzvereins, unter anderem smarte LED-Lampen, Steckdosen sowie Klima- und Heizungsanlagen-Steuerungssysteme geprüft. Das Ergebnis? Ich garantiere Ihnen, aufgrund einer Kurzdemonstration seines „Testhack-Teufels-Scripts“: Mit dem „falschen“ Gerät und dem „richtigen“ bösen Buben ist es auch mit Ihrem friedvollen Ein- und Durchschlafen – egal wie sie es optimierten – geschehen! „Teils Sicherheitsstandards auf Minimal-Level und selbst hinter bekannten Markennamen oft unsichere Komponenten aus Fernost!“, so sein wohl glasklares Fazit. Darüber hinaus stellt sich freilich die Grundsatzfrage nach der Sinnhaftigkeit. Kann es denn der Weisheit letzter Schluss sein, speziell in bewegungsarmen Zeiten wie diesen, uns künftig jeden „Handgriff zu viel“, jeden Fußmarsch oder zwischenmenschlichen Kontakt „digital-smart“ zu ersparen?

Die Fortsetzungs-Kolumne 7 folgt in Kürze.

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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