Umweltfreundliche Informations- und Unterhaltungstechnik (Teil 5 von 9)

»Beim Kauf von Technikgeräten aller Art gestaltet sich die Situation in der Regel ähnlich wie bei natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln: Aufgrund der extremen, internationalen Konkurrenz und der ständig aufmerksamen Marktbeobachter und Kritiker im Internet entspricht der investierte Kaufpreis meist exakt dem Produktwert. Doch Moment! Weshalb verbuchen dann PCs, Tablets und Laptops vom Discounter, vor allem in konsumentenfreundlichen Computerheftchen bei Vergleichen mit Markengeräten oft den Preis-Leistungs-Sieg? In der Tat sind die Bewertungen, oberflächlich betrachtet, absolut korrekt. Die Billiggeräte liefern, vor allem in Anbetracht der Niedrigstpreise, erstaunliche Leistungswerte. Werden diese jedoch von kritischen Insider-Fachmagazinen, respektive deren Redaktionstechnikern analysiert, heißt’s bei den „kleinen feinen Details“ aber meist sehr wohl „Federn lassen“! Konkret: von „… nicht standardmäßiger, enger Verkabelung“ über „… On-Board-Grafikchip …“ bishin zu „… schwachem Netzteil und grenzwertiger Belüftung …“ sind typische Kommentare, welche laufend von Spezialisten genannt werden und die aus meiner Sicht grundsätzlich gegen die Dumpingpreis-Geräte sprechen.

On-Board-Grafikchip & Co. als Dumpingpreis-Geräte-Schwachstellen …

Was diese Fakten für die Praxis bedeuten? Vor der eigentlichen Reparatur ein Kabelwirrwarr – wohl oft durch enormen Akkordarbeitszeitdruck bei der Endmontage verschuldet – zu entwirren, verteuert logischerweise jeden Technikereinsatz. Ein schwaches Netzteil verunmöglicht eventuell später erforderliche Systemerweiterungen wie eine zusätzliche Festplatte. Unterdimensionierte Belüftung kann die Gesamtnutzungsdauer des Geräts reduzieren und zum Thema On-Board-Grafikchips: Wird ein solcher, zum Beispiel durch einen Kryptotrojaner, wie unter …

Kryptotrojaner: brandgefährlich für Smartphones, PCs und den blauen Planeten! (Teil 1 von 6)

… beschrieben, überhitzt, steht der Totalschaden oft fest. Denn im Gegensatz zu, bei Qualitätsrechnern üblichen separaten Grafikkarten, können diese, direkt mit der Hauptplatine verlöteten Bauteile in aller Regel nicht ersetzt werden.

Die Lösung: Technik-Prophylaxe mit Weitblick … auch für die Umwelt!

Nun zur versprochenen Lösung, welche freilich sowohl für Discounter- als auch für Marken-PCs und -Laptops gilt: Ich nenne sie die proaktive Technik-Prophylaxe in fünf Schritten. De facto gibt’s nämlich weniger Anlässe denn je, einen Rechner, quasi durch passive Unachtsamkeit dem Müllberg entgegenzusteuern. Die technischen Neuerungen fielen im vergangenen Jahrzehnt grundsätzlich marginal aus. Selbst ein ab Anfang 2020 fälliges Windows 10 Update ist noch lange kein Grund für einen Neukauf! Nach über 130 Updates auf Windows 10, welche ich mit meinem Team in den letzten Monaten meisterte, kann ich bestätigen: Das neue Betriebssystem läuft in über 90 Prozent der Fälle auch auf Windows 7 oder Windows 8 Rechnern hinterher einwandfrei. Der älteste PC in meiner Firma erhielt gestern sein Update und bestreitet derzeit sein elftes „Dienstjahr“. Übrigens wäre dieser als typischer Heim-PC nach wie vor mehr als leistungsfähig genug. Wie sich nun solche „Langzeitwunder“, die freilich die Umwelt durch „Nichtneukaufen“ schonen, realisieren lassen?

Der Energiesparplan spart Strom und verlängert die Geräte-Gesamtlebensdauer …

Schritt eins führt zu jenem Ort, den auch der Screenshot anbei zeigt: den „Energieoptionen“ in Windows 7, beziehungsweise dem „Energiesparplan“ unter Windows 10. Der einfachste Weg dorthin: Die Windows-Taste betätigen und „energie“ ins Suchfeld eintippen. Dabei lohnt es sich besonders, den Festplatten und dem Monitor automatische Standby-Zeiten zuzuweisen. Dies kann nicht nur den Stromverbrauch reduzieren, sondern, im Fall der Festplatten, auch die Gesamtlebensdauer, durch eine meist niedrigere Gehäuseinnentemperatur, enorm positiv beeinflussen. Weiters lohnt sich die Konfiguration des „Standby-Modus“, der dann über eine definierte Taste oder automatisch, zum Beispiel nach 30 Minuten Inaktivität, aktiviert wird. Dieser erspart zwar nicht das Herunterfahren des PCs, reduziert jedoch den Energieverbrauch auf’s absolute Minimum – nur noch die Hauptplatine wird mit Schwachstrom versorgt, alle Peripherie, einschließlich Lüftermotor, darf ruhen. Der gemeinsame Nenner all dieser Systemeinstellungen: Wird die Maus bewegt oder die Tastatur bedient, befinden sich PC beziehungsweise Laptop normalerweise innerhalb von Sekunden wieder exakt im gleichen Zustand wie vor der Arbeitspause. Wem die Sache nun doch zu technisch erscheint: Klar gibt’s einen superkomfortablen Weg zur perfekten Energiespar-Konfiguration …«

Die Fortsetzung folgt in Kürze in Kolumnenteil 6.

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

Zurück zur Startseite