Wanderbar fit, gesund und glücklich! (Teil 6 von 10)

»In drei Runden absolviere ich je 10 langsame Kniebeugen bis auf 90 Grad sowie 10 Step-Ups. Bei Letzteren vergrößere ich bei jedem Durchgang dezent die Schrittweite von hinten. Außerdem achte ich dabei penibel auf die Beckenstabilität, beziehungsweise, dass das Becken sich in der Waage hält und aktiviere bewusst die Gesäßmuskulatur, was die vorhin erwähnte Hüftstreckung mitinitiiert. Im Idealfall bringe ich den jeweiligen Oberschenkel des Beines auf der Bank auf circa 90 Grad. Das Ganze liest sich nun vermutlich recht ambitioniert, doch keine Sorge: Ich bin auch nur ein Mensch und mein linkes Knie, spätestens seit dem Skitourenunfall von vorletztem Winter, endgültig auch nicht mehr „von gestern“. Will heißen: Bewegungsqualität und präzise Ausführung über alles andere – schließlich geht’s um die Morgenaktivierung – nicht um Krafttraining!

Morgenaktivierung ist kein Krafttraining!

Im Endeffekt bin ich meinem Körper sogar dankbar um ein klares Biofeedback zu früher Stunde – selbst wenn dieses suboptimal ausfällt. Zwickt also das Knie bei der dritten Runde Step-Ups immer noch oder macht sich der Rücken mit mehr als nur einer Extraportion Morgensteifigkeit bemerkbar, kann ich noch umdisponieren. Zugegeben fällt dies bei optimalem Bergwetter oft nicht leicht, doch lernte ich aus schmerzhaften Vergangenheitserfahrungen: Lieber die Bergtour auf den nächsten Tag verschieben und stattdessen einen „Therapiewandertag“ einlegen. Was dies bedeutet? Ganz einfach: Ich begebe mich in die Bergwälder direkt oberhalb des Dornbirner Oberdorfs und wandere ein- bis maximal zwei Stunden, in familienwanderfreundlichem Gelände, mit bewusst sauberer Gehtechnik. Womit ich wohl beim nächsten Thema angelangt wäre: nämlich der Wandergehtechnik!

Natürliche Wandergehtechnik … gewusst wie!

Wer weiß …? Ein wenig mehr Unternehmergeist und Fantasie vorausgesetzt: Vielleicht hätte auch ich ein Buch à la „Born to Run“ schreiben können – und zwar schon gut ein Jahrzehnt früher. Denn lange bevor Herr McDougall’s Bestsellererfolg zum seither omnipräsenten „Natural Running und -Walking Trend“ führte machte auch ich meine Erfahrungen mit dem Mittelfußlauf. Allerdings waren meine „Lehrmeister“, im Gegensatz zu denen des US-Autors, keine sympathisch-abenteuerlichen ureingeborenen Wunderläufer, sondern schlicht und ergreifend chronische Rückenschmerzen Mitte der 1990er-Jahre. Vor allem längere Wanderungen mit den damals üblichen, sehr steifen und auch schweren Wanderstiefeln mit dem gewohnt „ordentlichen Schritt“ – also über die Ferse – wurden zur Tortur. Allerdings stellte ich fest: „Schlich“ ich im Alltag und bei Spaziergängen über den Vor- oder Mittelfuß führte dies manchmal, mit etwas Glück, sogar zu einer Linderung der Beschwerden. Kurz entschlossen kaufte ich mir ein paar Marathon-Wettkampfschuhe mit sehr geringer „Sprengung“ also Höhendifferenz zwischen Vorfuß und Ferse von nur 8 Millimetern.

„Schonend schleichend“ rückenschmerzfrei?

Aufgrund der begrenzten Geländetauglichkeit der Sohle begab ich mich in die, für Wanderer an sich langweiligen Forstwege direkt oberhalb Dornbirns. Doch zugegeben: Es erforderte anfangs volle Konzentration, „einfach nur“ so zu wandern, wie ich es zu jener Zeit tagtäglich in der Turnhalle zu sehen bekam und es mir auch theoretisch als ursprüngliche menschliche Fortbewegungsart bekannt war. Vor allem bei den unter-14-jährigen Unterstufenschülern war nämlich, sowie diese in Socken im Turnsaal liefen, sprangen oder gingen, der Mittelfußbereich meist das Erste, das dabei den Boden berührte und wieder verließ. Doch machte mein autodidaktes „Gehtherapie-Techniktraining“ rasch fortschritte und wurde mit jedem Tag intuitiver. Überzeugend war jedoch vor allem das Resultat in Bezug auf meine Schmerzen: Innerhalb einer Woche „Therapiewandern“ waren diese Geschichte!«

Die Fortsetzung folgt in Kürze.

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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