WHO-Krankheit Internet- & Smartphonesucht? (Teil 2 von 6)

Logisch: wer 20, 30 oder noch mehr Stunden nonstop Computer spielt, dabei selbst auf Essenzielles wie das Trinken vergisst und seine Gesundheit gefährdet, gehört dringend zum Arzt, beziehungsweise auch psychologisch betreut. Tatsächlich forderte ein solch exzessives Verhalten in den vergangenen Jahren in Extremfällen sogar Tote. Oft von Fachmedien zitiert wird beispielsweise ein 24-Jähriger aus Shanghai, welcher 2015 bei „World of Warcraft“ 19 Stunden (!) Online war. Auch ein taiwanesischer Teenager, der 40 Stunden ohne Unterbrechung „Diablo III“ gespielt hatte, gehörte ebenso zu den Todesopfern wie ein 35-jähriger Amerikaner nach einem „World of Tanks“-Marathon.

Krankenkassen: zur Kasse bitte …

Klar ist, wie auch Experten bestätigen: Solche Ausnahmefälle sind äußerst selten und werden es wohl auch bleiben. Jedoch hat die in der Initialkolumne beschriebene WHO-Klassifizierung der „neuen Krankheit Computerspielen“ weitreichende Folgen. Denn Ärzte können diese voraussichtlich zukünftig auch im Verdachtsfall bzw. im Anfangsstadium diagnostizieren und egal, ob Psychopharmaka, psychologische Behandlungen oder sogar ein Aufenthalt in einer Entzugs-Klinik angesagt ist: Der WHO-Katalog dient den Krankenkassen meist als Grundlage für die Deckung des Behandlungsaufwands und somit steht für diese eventuell eine Kostenwelle in noch nicht vorhersehbarem Ausmaß an.

University of Oxford warnt …

Indes meldeten Ärzte, laut WHO, in jüngster Vergangenheit eine Steigerung der Zahl computerspielsüchtiger Patienten. Doch gibt’s vonseiten der Wissenschaftler auch zahlreiche kritische Stimmen. Unter anderem warnen namhafte Psychologen der britischen University of Oxford bereits vor eventuell oberflächlichen Diagnosen. Laut der Forscher müsse in vielen Fällen zuerst festgestellt werden, ob exzessiv computerspielende Patienten nicht etwa an, der Sucht eigentlich zugrundeliegenden Problemen wie einer Depression oder an sozialen Angststörungen leiden. Andere Experten führender Universitäten, medizinischer Institute und offizieller Stellen sehen sogar in der gesamten Gaming-Disorder-WHO-Listung nur die Spitze eines eventuell gigantischen Eisbergs. Sie sind bereits jetzt neugierig, welche Fakten und Hintergründe wir Ihnen dazu in den kommenden Teilen dieser Artikelserie liefern? Drei konkrete Tipps, die Sie vermutlich rasch auf eine heiße Fährte führen dürften: Beachten Sie erstens die Überschrift dieser Kolumnenserie, zweitens, denken Sie über die in Teil 1 genannten Beispielszenarien nach und drittens lesen Sie unsere bereits publizierten Artikelreihen …

Smartphones und Internet 2018: „App-solute“ Suchtgefahr! (Teil 1 von 6)

… sowie …

Schlafgestörte und depressive Jugendliche „dank“ Smartphone!? (Teil 1 von 8)

Die Teams der Stadtapotheke Dornbirn und der Vitalis Austria

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